Nikolaus komm herein in unser Haus
und leere deine Taschen aus.
Stell den Ochsen auf den Mist,
damit er Hafer und Heu frisst.
Hafer und Heu frisst er nicht,
aber meine Zuckerbrezel bekommt er nicht.
Nikolaus du heiliger Christ,
komm bitte nicht wenn es dunkel ist.
Komm im hellen Mondschein,
wir dann mir Nüsse und Äpfel rein.
Lieber guter Nikolaus,
komm herein zu uns ins Haus.
Ich habe oft an dich gedacht,
hast du mir auch was mitgebracht?
Deine Kinder sind nicht Deine Kinder,
sie sind die Töchter und Söhne der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst.
Sie kommen durch Dich aber nicht von Dir.
Du kannst ihrem Körper ein Heim geben, aber nicht ihrer Seele, denn ihre Seele wohnt im Haus von morgen, das Du nicht besuchen kannst, nicht einmal in Deinen Träumen.
Du bist der Bogen, von dem Deine Kinder als lebendige Pfeile ausgeschickt werden. Lass deine Bogenrundung in der Hand des Schützen Freude bedeuten.
Nikolaus an diesen Dezembertagen,
möchte ich dir was sagen.
Ich finde du bist der liebste Nikolaus,
ich heiß dich willkommen in unserem Haus.
Ich weiß aber du musst bald schon wieder gehen
um auch andere Kinder zu bescheren.
Auch der große Fisch trifft eines Tages auf einen noch größeren Fisch, der ihn frisst. Das ändert aber für den kleinen Fisch nichts, den der große Fisch gefressen hat.
Was aussieht wie Mist, sich anfühlt wie Mist und riecht wie Mist, ist manchmal einfach nur Mist.
Ein Mensch, der wenig lernt, wird älter nach der Ochsen Weise:
Mit ihm wächst nur die Fleischesfülle nicht aber die Einsicht.
Du lieber guter Nikolaus,
wir haben heute viel an dich gedacht.
In dieser winterlichen Nacht.
Auch wenn wir nicht immer so ganz brav waren,
darfst du nicht an unserem Haus vorbeifahren.
Steck in unseren Schuh kleine Gaben,
wir werden daran uns erlaben.
Du lieber guter Nikolaus,
tritt herein in unser Haus.
Lass uns teilen und auch verschenken,
lehr uns, dass wir an die Armen denken.
Zeig uns auch wie man fröhlich etwas gibt
Und auch wie man anderen hilft und wie man liebt.
